Gregor Gysi freut sich: „Mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit bin ich nun Alterspräsident.“
Die ehrenvolle Aufgabe, die Konstituierende Sitzung des 21. Bundestages als Alterpräsident zu eröffnen, erhält Gregor Gysi als dienstältester Abgeordneter des Parlaments. In einer Mischung aus Stolz und augenzwinkerndem Pragmatismus erklärte er, dass er sich gegen westdeutsche Politiker durchgesetzt habe, die schließlich bereits 1949 hätten antreten können, dienstältester Parlamentarier im Bundestag zu werden. Er, Gysi, habe jedoch erst 1990 die Chance gehabt und diese genutzt. Sein persönlicher Triumph: „Die alle zu überholen, das war nicht einfach.“ So nahm Gysi nach der letzten Sitzung des scheidenden 20. Bundestages schon einmal auf dem Sitz des Bundestagspräsidenten Platz und ließ sich in die Technik einweisen. Aus naheliegenden Gründen war dabei auch die Höhenverstellung des Präsidentensitzes ein wichtiges Thema:
Endlich altersweise
Gysi gegenüber der bundestagseigenen Wochenzeitung „Das Parlament“: Ich werde die erste und letzte Rede meines Lebens als Alterspräsident ohne Zeitbegrenzung halten – das ist schon etwas Besonderes. Es ist wirklich angenehm, nicht ständig auf die Uhr schauen und nach zwei Minuten abbrechen zu müssen. Aber keine Sorge, ich werde das nicht missbrauchen.“ Auf die Frage, ob er schon wisse, was er sagen wolle, antwortete Gysi, er werde „sicherlich etwas zur Außenpolitik sagen und auch zur Situation unserer Gesellschaft. Vielleicht werde ich auch einige Vorschläge unterbreiten, was man überparteilich mal miteinander besprechen müsste“.
Auf eines kann man sich bei dem begnadeten Rhetoriker Gysi verlassen: unterhaltsam wird es allemal.